Reisetagebuch 2007
TEQUILA: Zuerst mit Wasser, dann ohne Wasser und schließlich wie Wasser

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1.Tag - 24.08.07

Anreisetag. Nach einer etwa 6 stündigen Autobahnfahrt, einschließlich einer verkehrstechnisch bedingten Stauumfahrung, sind wir gegen halb vier in Saarbrücken angekommen, wo wir am Abend zur Ausstellungseröffnung "Männer und Taten" von Moritz Götze eingeladen waren.  Nach dem Check Inn ging es dann auch gleich los zum kleinen Stadtrundgang. Auf einer Insel der Saar haben wir Halt gemacht und haben ein kühles Bierchen getrunken. Am Abend sind wir dann, in Schale geschmissen, zu Moritz seiner Ausstellungseröffnung in die Neue Galerie gegangen. Es war großer Andrang. Die Ausstellung hat uns sehr gut gefallen, Moritz kann hier sein ganzes Können zeigen. Anschließend sind wir, zusammen mit den anderen geladenen Gästen, zum Abendessen in eine saarbrückener Gaststätte eingekehrt.

2.Tag - 25.08.07

Abfahrt nach Bouillon in Belgien mit Zwischenstopp in Luxemburg. Dank unseres "Prius Navis", Uschi wie wir es liebevoll nennen, sind wir mitten im Zentrum von Luxemburg Stadt (Parkhaus am Theater) gelandet. Dort angekommen, haben wir erstmal einen Kaffee getrunken und dem regen Treiben zugesehen. Dann haben wir einen ausgedrehten Rundgang durch die herrliche Altstadt gemacht, bevor wir dann weiter gefahren sind.

Nach einem Tankstopp in Luxemburg (1,10€) ging es dann weiter nach Bouillon. Unser Hotel mit dem bekannten Namen (Best Western) liegt zwar am zentral, mitten in der Stadt, allerdings können wir unser Zimmer nur eine Enttäuschung nennen. Für 105€ eine winzige Bude mit einem Einzelbett für uns beide und mit schwarzen Haaren auf dem Badezimmerboden. Na ja, egal, ist ja nur für eine Nacht. Dann sind wir los zum großen Stadtrundgang. Alles in dieser Stadt, deren berühmten Namen wir ja als Familiennamen selbst tragen, dreht sich um die riesige Burganlage, die mein eventueller Urahne, Gottfried von Bouillon vor gut 1000 Jahren bauen lies.

Abends haben wir dann, nach längerem Suchen, auch ein Restaurant gefunden, wo mein Freund Jochen und meine holde Gattin Ute einen Berg Muscheln und ich ein saftiges Rumsteak gegessen haben.

3.Tag - 26.08.07

Bouillon, die zweite geht zu Ende. Wir haben zusammen mit Jochen gefrühstückt und wurden dafür in einen separaten Raum gesetzt, damit die Belgier und Franzosen unter sich bleiben konnten. Nachdem Frühstück haben wir noch einen erneuten, gemeinsamen Stadtspaziergang gemacht, dann ist Jochen los, nach Brüssel. Wir haben uns den erneuten Burgbesuch und die Ausstellung doch geschenkt, sind einen Kaffee trinken gegangen (den mit dem leckeren Eierlikör ) und dann sind wir auch losgefahren.

 

Nach gut zwei Stunden Fahrt hat unsere "Uschi" auch das nächste Hotel, "Holyday Inn Expo" in Gent problemlos gefunden. Klasse! Unser Parkplatz ist direkt vor dem Eingang, besser geht es nicht.

Wir checkten ein und, Mist die Schlüsselkarte funktionierte nicht. Also ich die Karte getauscht, aber wieder nichts. So hat man uns erst mal mit der Masterkarte reingelassen und dann später das Türschloss repariert. Das Hotel ist sehr gut, ebenso unser Zimmer auch. Es ist hell, geräumig und klimatisiert. Mit der Straßenbahn sind wir dann vom Hotel (Endhaltestelle Expo) direkt in die Altstadt von Gent gefahren. Mein Utchen war wieder Reiseleiterin und hat uns nach dem Marco Polo Plan durch die Stadt geführt. Oh, Gent ist voller Kultur und fantastischen Baudenkmälern und sicherlich nicht an einem Tag zu besichtigen. Aber wir müssten alle wichtigen Dinge gesehen haben, die man an einem Nachmittag schaffen kann. Gesehen haben sollte man unbedingt den Belfried, den weltberühmten "Genter Altar" von Jan van Eyck, die einmalige Wasserburg "Gravensteen" und das Rathaus. Nach einem frischen belgischem Bierchen (Leffe bzw. Greek) sind wir zurück zum Hotel, uns eine Jacke holen. Dann sind wir noch mal los, was Essen gehen. Wir mussten eine Weile suchen, haben dann aber ein kleines Lokal gefunden, wo Ute ein Steak und ich Schmorfleisch (sehr lecker), eine Genter Spezialität gegessen haben. Nach einem weiteren nächtlichen Stadtrundgang und einem Absacker in einer kleinen Bierkneipe (urig!), sind wir wieder "Heim" gefahren. Meine Ute hat sich eine schicke Uhr im Hotel gekauft und so sind wir zufrieden in unser Bett gefallen.

4. Tag - 27.08.07

Nachdem Frühstück, was übrigens einen Hammer-Aufpreis von 18€ (!) pro Person kostete, verabschiedeten wir uns von Gent und fuhren die paar Kilometer (ca.60 km) weiter bis nach Antwerpen. Auch dieses Hotel "Florida", direkt am Hauptbahnhof im Zentrum hat Uschi sofort gefunden, allerdings hatten wir dann Probleme den Eingang des Parkhauses, hinter dem Gebäude zu finden. Das Parkhaus im Keller ist so eng, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir da auch wieder heraus kommen werden.

Unser Zimmer im Hotel "Florida" kann man eigentlich als bessere Kammer bezeichnen. Winzig, warm, verlebt mit einem Puppenbettchen wo das Laken auf einer Plastikfolie liegt, mit einer nicht endenden wollenden Lärmkulisse. Dafür hat uns aber die Stadt Antwerpen selbst für dieses Zimmer entschädigt. Antwerpen scheint eine einzige Shoppingmeile mit allen Geschäften und Marken zu sein, die man sich wünschen kann. Außerdem viele historische Kulturdenkmäler in der herrlichen Altstadt. Unter anderen steht in Antwerpen das erste Hochhaus, was auf dem europäischem Kontinent erbaut wurde. Der historische Marktplatz mit dem bekannten Rathaus, die Kirchen mit vielen original Gemälden von Paul Rubens und nicht zu vergessen, das Diamantviertel mit dem Diamantmuseum. Um 11 sind wir das erste Mal los, zwei Stunden Shopping. Dann, nachdem wir die Einkäufe ins Auto gebracht hatten, sind wir zum zweiten Teil los, Kultur. Gegen 18 Uhr haben wir den zweiten Rückweg angetreten, total erschöpft, um dann gegen 20 Uhr noch noch mal los, Essen zu gehen. Wir haben einen schönen Italiener am alten Markt gefunden und so unser Essen mit einem ausgedehnten Abendspaziergang verbunden.

Ach ja, das Wetter hat auch heute mitgespielt. Die Sonne hat uns den ganzen Tag begleitet.

5.Tag - 28.08.07

Abreise von Antwerpen. Dann aus dem Parkhaus wieder raus. Oh war das knapp. Ich dachte schon, wir müssen das Auto in Einzelteilen raus bringen, da es im Stück nicht geht. Die Fahrt bis Noordwijk in Holland war sehr schön. Wir fuhren planmäßig einen größeren Umweg über Middelburg und Ouddorp, um so direkt an der Nordseeküste entlang fahren zu können. Uschi hat auch das mit Pravour gemeistert, gerade die Autobahn um Rotterdam, da möchte ich aber nicht ohne Navigationssystem unterwegs sein. Jedenfalls sind wir 13 Uhr genau vor der Tür unseres nächsten Hotels "Golfzicht" gelandet . Den Nachmittag verbrachten wir mit einem ausgedehnten Strandspaziergang, um die Umgebung zu erkunden. Verzweifelt haben wir nach einem Lebensmittelgeschäft gesucht. Der Ort ist voller Klamottenläden, aber scheinbar gibt es keinen Lebensmittelladen. Aber dann haben wir den entscheidenden Tipp bekommen und konnten uns doch noch mit dem Nötigsten versorgen. War auch nötig, da hier alle Gerichte, selbst in den kleinsten Strandbars nicht unter 20€ zu haben sind. So haben wir am Abend in unserem Zimmer ein schönes, gemütliches Selbstbau-Abendbrot genossen.

6. Tag - 29.08.07

Badetag! Wir haben uns für stolze 20€ am Strand einen Windschutz nebst zwei Liegen gemietet. Auf denen haben wir dann den ganzen Tag, in knalliger Sommersonne verbracht. Wie die Krebse sahen wir aus, als wir 16 Uhr vom Strand gingen, an dem wir über sechs Stunden waren. Ach ja, wir waren mutig und sind doch tatsächlich in der Nordsee gewesen, sogar ziemlich lange. Musste wir ja auch, schließlich war es ja unser erstes Mal an der Nordsee. Dann sind wir los zum Strandjoggen! Mit ausdehnenden Schritten flogen wir nur so über den Sand in die Abendsonne hinein. Am Abend haben wir uns einen herrlichen Sonnenuntergang am Strand angesehen und haben es uns dann wieder zum Abendbrot gemütlich in unserem Zimmer gemacht.

7. Tag - 30.08.07

Letzter Tag an der holländischen Nordseeküste. Wir haben uns zwei Fahrräder ausgeliehen und sind ein paar Stunden durch die imposante Dünenlandschaft geradelt. Die Sonne war auf unserer Fahr wieder unser ständiger Begleiter. Zwischendurch haben wir an verschiedenen Imbissbuden halt gemacht und uns ein frisches Bierchen gegönnt. Nachmittags sind wir noch mal in Noordwijk shoppen gegangen und haben für mich eine  schicke Hose erstanden. In unserem Zimmer haben wir dann unser letztes Abendbrot in Holland genossen, wären draußen dann doch ein Regenguss vom Himmel viel.

8.Tag - 31.08.07

Letztes Frühstück in Holland und dann ging es ab zur vorletzten Etappe, der deutschen Nordseeküste, Norden-Norddeich. Vier Stunden Fahrt, u.a. Über das größte Deichbauwerk Hollands (riesig, 30 km lang), sind wir auch dieses Mal direkt vor der Tür unseres Hotels ("Landhaus Rinke") gelandet. Unser Zimmer ist O.K., das Bad ist allerdings ziemlich verlebt.

Unsere Halbpension ist fantastisch. Große Auswahl, Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise und dann schmeckt das Essen auch noch. Wir kommen uns vor, als ob wir hier zur Mast wären. Unsere Wirtin scheint aus Böhmen oder Tschechien zu kommen und sagt ständig "Biiitte Scheeeen" mit ihrer schnorrenden Stimme, köstlich!

Wir sind nach dem Einchecken los und zur Touristeninfo von Norddeich gefahren, um uns erst Mal zu orientieren. Dann haben wir noch, mit Schirm und Regenjacke ausgerüstet, einen schönen Spaziergang durch den Ort und unseren ersten Besuch am sagenumwobenen Wattenmeer gemacht. Leider war aber das Wasser gerade da, so dass das Wattenmeer auf uns den Eindruck von einem großen Badesee gemacht hat. Kein Strand oder dergleichen. Ist schon eigenartig. In einem kleinen Restaurant direkt hinter dem Deich, haben wir Ostfriesentee mit Rum und Kuchen (Pflaumen - bzw. Käsekuchen) genossen (Lecker!). Nach 3h waren wir wieder im Hotel und haben uns dann das riesige Abendmenü der Halbpension noch reingestopft. Armes Bäuchlein. Dann ab ins Bettchen, war ja auch ein langer Tag.

9.Tag - 01.09.07

Nun ist es soweit, September, aber auch vom Wetter, obwohl wir wieder mal Glück hatten. Das Wetter war viel besser, als angekündigt. Also haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und haben eine 20km Radrundfahrt durch die Deichlandschaft gemacht. Dieses Mal konnten wir nun auch das echte Wattenmeer, ohne Wasser sehen. Mein Fahrrad hatte leider eine Macke, es verlor langsam Luft (und ich die Nerven). Glücklicherweise haben wir aber unterwegs andere Radfahrer getroffen, die mir ihre Luftpumpe ausgeliehen haben. So haben wir den Rückweg von etwa 10km im Schweinsgalopp gemacht. Einen Abstecher für Kaffee und Kuchen musste aber trotzdem sein. Um drei waren wir wieder im Hotel und haben gut zwei Stunden Mittagsruhe gemacht. Nach dem Abendmenü sind wir dann zu einem Abendspaziergang ausgezogen, der uns vor, bis zum Wattemeer und wieder zurück geführt hat. Wieder ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

10.Tag - 02.09

Hat das geschüttet die letzte Nacht und der Wetterbericht verhieß auch nicht gerade einen schönen Tag. Aber nichts desto trotz, der Wettergott meinte es doch tatsächlich wieder gut mit uns und so haben wir uns entschlossen, die kleinste der ostfriesischen Inseln zu besuchen, die Insel "Baltrum". 11:30 Uhr fuhr unser Schiff vom kleinen (17km entfernten) Ort Neßmersiel. Nach gut 30 min waren wir auch schon dort. Unsere Fahrt ging auch an den Robbenbänken vorbei. Süß. Wir haben gut vier Stunden auf der Insel verbracht und sind uns sicher, wir kommen wieder! Ein kleines Paradies, auf der einen Seite das Watt und auf der anderen die offene Nordsee. Und diese Ruhe. Autos sind Tabu und auch Fahrradverleihe sucht man vergebens. Herrlich. Außerdem sind gut ein Drittel der Insel Naturschutzgebiet. Fast völlig unberührt mit Wanderwegen, die zu stundenlangen Spaziergängen einladen. Zwei kleine Stopps haben wir uns auch gegönnt. Beim ersten gab es lecker Fischbrötchen und beim Zweiten Irisch Coffey bzw. heiße Schokolade. Als wir zurück waren, hat dann Petrus doch noch seine Schleusen geöffnet und so konnten wir ohne schlechtes Gewissen ein schönes Nachmittagsschläfchen einschieben. Ja, zum Abschluss des Tages gab es wieder dieses Viergängemenü. Verboten!

11.Tag - 03.09.07

Heute mussten wir wieder aufbrechen, zur letzten unserer Etappen - Hamburg. Vor der Abfahrt haben wir aber noch die Seehundestation von Norddeich besucht. Niedlich, die Kleinen. Dann noch getankt und ab ging es nach Hamburg, direkt auf die Reeperbahn, wo unser Hotel "Stern" lag. Auch Hamburg war für das Navisystem unseres Prius kein Problem, so dass wir nach etwa vier Stunden Fahrt direkt vor der Tür landeten. Der Check-In war allerdings ziemlich stressig, da vor uns eine komplette Schulklasse eincheckte und so alles blockierte. Dann kam aber erst noch der Hammer, unser Zimmer. Das Hotel hat zwar eine sehr gute Lage, aber die Zimmer haben etwas von einem Jugendknast. Die Tür geht nur mittels sechsstelligem Code (der Parkplatz auch) auf und innen hat man dann ein Kellerfenster mit Blick auf den Innenhof. Die Ausstattung besteht aus einen kleinen Schrank, einen an die Wand geschraubten Klapptisch und zwei Einzelbetten, was alles in einem etwa 6 m² großem Raum untergebracht ist.

Naja, für eine Nacht geht auch das. Dann sind wir auch gleich los, zum Stadtrundgang. Utchen hat sich gut gemacht als Stadtführerin. Zusätzlich haben wir eine verkürzte Rundfahrt mit einem Bus und die große Hafenrundfahrt gemacht. Hat uns beides sehr gefallen, wenn uns auch Hamburg sonst nicht so doll überzeugt hat. Na gut, die Reeperbahn mit der "großen Freiheit" und der "Davidwache" sind schon mal eine Reise wert, wenn man auch erst mal mit diesen ungeübten Eindrücken klar kommen muss. Abends haben wir dann gegenüber unserem Hotel, in einem polnischen Restaurant gegessen und tschechisches Bier getrunken und das auf der Reeperbahn!

12.Tag - 04.09.07

Abreisetag. Nachdem Frühstück haben wir eine Abschiedsrunde zu Fuß gedreht und sind noch mal zu den Landungsbrücken und dem Fischmarkt gegangen. Außerdem haben wir uns die große Freiheit (direkte Nebenstraße unseres Hotels) und den ersten Auftrittsort der Beatles überhaupt angesehen.

Gegen 11 Uhr hieß es dann aber endgültig Abfahrt nach Hause. Mit einem Zwischenstopp an der alten Grenzübergangsstelle "Marienborn", waren wir schließlich nach vier Stunden wieder zu Hause. Insgesamt sind wir in den 10 Tagen 2387 km gefahren und das mit einem durchschnittlichen Verbrauch von nur 5,4 l / 100l km. Dem Prius sei Dank.